Als IT Admin: Von Windows zu einem Retina MacBook Pro und wieder zurück
Ende letzten Jahres, bin ich aus verschiedenen Gründen, beruflich zu einem Retina MacBook Pro gewechselt.
Die Gründe waren unter anderem, dass ich dachte, dass ich mit OS X schneller arbeiten kann, dass wir ein Referenz OS X System für unsere Applikation benötigten und dass ich auch viel mit Photoshop arbeite.
Da ich hauptsächlich IT Admin und Projektmanager für Kundenprojekte bin, hab ich mir natürlich auch eine virtuelle Maschine mit Windows 8 installiert, die unter VMWare Fusion 5 läuft.
Anfangs dachte ich, ich hätte im Arbeitsalltag Schwierigkeiten, die sich nach einer Weile von selbst erledigen. Dem war aber (leider) nicht so.
Hier meine Analyse:
Was scheisse war:
- Lotus Notes, das unter Windows schon eine Crap Software ist, ist unter Mac “DIE Applikation des Grauens”
- In VMWare VM’s, beim Arbeiten auf Citrix Servern und auch bei TeamViewer Verbindungen, werden Tastatureingaben oft nicht korrekt weitergegeben. z.B. muss man für ein “@” oft 5 Sekunden ALT+L drücken bis zum ersten mal statt einem L ein @ geschrieben wird. Wenn man, wie ich, oft in einer VM eine RDP Verbindung offen hat und darin dann eine Citrix Verbindung, potenziert sich das Problem. Und wenn man dann auch noch ein Passwort mit Sonderzeichen eingeben muss, na gute Nacht. Ich habe leider noch immer nicht rausgefunden, wo das Problem dabei liegt, Tastatureingaben richtig weiter zu geben, aber ok … (hat unter Win noch nie Probleme gemacht)
- Ghost Images, also “Temporär eingebrannte” Screens im Display. Gut zu sehen, in den nachfolgenden Bildern. Diese sind ein weit verbreitetes Problem des Retina MacBook Pro - das Problem liegt an dem standardmäßig verbautem LG Panel (wie auch 9to5mac berichtete), welches aber anstandslos, nächste Woche, von Apple gegen ein Samsung Panel getauscht wird.

Was störend war:
- Das ständige wechseln in die Win 8 VM um Windows Tasks auszuführen. Also z.B. RDP Verbindungen aufbauen (geht auch unter OS X, aber ich vermisse einige Parameter), Netzlaufwerk-Zugriffe, Verknüpfungen aus Lotus Notes starten, die auf Netzlaufwerke zeigen) und diverse Andere Vorgänge ergeben einen zusätzlichen unnötigen Arbeitsschritt
- Die Netzwerkperformance ist über den Thunderbolt-Ethernet Adapter einfach nicht berauschend, was das Kopieren von und auf ein Netzwerkfreigaben zu einer unendlichen Geschichte machen kann
- SMB Verbindungen müssen immer wieder manuell verbunden werden, obwohl man das Kennwort in den Schlüsselbund gesichert hat
- Microsoft Office bietet zwar fast die gleichen Funktionen wie das Win Pendant, ist aber ermüdend langsam
Was ich vermissen werde:
- Zuerst ein kleiner Widerspruch: Das Display. Wenn es gerade kein Ghost Image hat, dann ist es einfach Top. Brilliant, Hell und super gesättigte Farben
- Den Unfassbar schnellen Photoshop, der auf Win wohl nie so performen wird, wie unter OS X
- Die Spaces Option (JA: es gibt diverse Win Alternativen - NEIN: keine ist so gut, wie die von OS X selbst)
- Das Messages App, um auch iMessages am Mac zu schreiben
- TweetBot
- Evernote (das am Mac ca 10 mal besser ist als unter Win)
- Alfred
Und da ich der letzte bin, der Fehler NICHT zugibt: Wenn das Display getauscht ist und das neue Samsung Panel das hergibt, was es verspricht, ist es meiner Meinung nach, trotzdem eine Top-Hardware, die ich mir zu Hause für den Privatgebrauch gut vorstellen könnte, wäre da nicht der Preis, klar! ABER:
Das rMBP und OS X sind einfach nicht für einen Windows IT Admin geeignet.
Das gebe ich als Apple-Fanboy zu. Unvorhersehbare Probleme, verhindern einen reibungslosen Arbeitsalltag, was einen irgendwann mal um den Verstand bringt.
Was wird mein Ersatz werden: Ich tendiere zwischen einem Lenovo T431, das erst diese Woche vorgestellt wurde, einem Lenovo Carbon X1 oder einem HP 6570b - jedes davon mit der SSD Option. Für mich ist klar: Kein Rechner mehr ohne SSD. Wobei ich aktuell sehr stark zum T431 tendiere, aufgrund des eingebauten Ethernet Ports.





